Die Bm 6/6 der SBB – Weathering schritt für Schritt erklärt
- Adrian Moser

- 15. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. März
Ein Arbeitstier für den schweren Rangierdienst
Manche Lokomotiven beeindrucken durch Eleganz oder Geschwindigkeit. Die Bm 6/6 gehört nicht dazu. Sie war von Anfang an ein Arbeitstier – gebaut, um schwere Lasten zu bewegen, Hilfszüge zu führen, zu rangieren. Und genau deshalb hat sie Charakter.

In den 1950er-Jahren beschafften die Schweizerischen Bundesbahnen diese kräftigen Dieselloks für Aufgaben, bei denen rohe Zugkraft wichtiger war als alles andere. Sechs angetriebene Achsen, zwei Dieselmotoren, viel Gewicht – Technik, die vor allem eines konnte: arbeiten. Viele Jahre lang prägten die Maschinen Rangierbahnhöfe, Industrieanschlüsse und Depots. Sie standen selten im Rampenlicht, aber ohne sie lief der Betrieb nicht.


Warum uns gerade diese Lok fasziniert
Gemeinsam haben wir drei Modelle der LS Models Bm 6/6 gealtert – mit dem Ziel, keine „schönen“ Modelle zu schaffen, sondern glaubwürdige Arbeitsmaschinen. Loks, die man anschaut und sofort spürt, dass sie jeden Tag im Einsatz stehen.

Die Basis: gedämpfte Farben und erste Gebrauchsspuren
Der erste Schritt war eine gedämpfte, leicht ausgebleichte Grundwirkung am Gehäuse mit Decapod Delavé Teintes Froides, in mehreren dünnen Schichten mit der Airbrush aufgetragen.

Das Fahrwerk bekam mit Decapod Chassis seinen erdigen, öligen Grundton.

Tiefe, Kontraste und Struktur
Danach brachte AK Trackwash Tiefe ins Fahrwerk – genau dort, wo sich beim Vorbild Schmutz sammelt und festsetzt. Am Aufbau haben wir mit AK Paneliner Black die Strukturen betont: Fugen, Kanten, Übergänge. Kleine Dinge, die man kaum bewusst wahrnimmt – die aber enorm zur Wirkung beitragen.
Anschließend folgte eine Schicht Bergswerk Mattlack, die alles zusammenführt und den typischen, stumpfen Betriebslook erzeugt.
Spuren des Betriebs im Detail
Die eigentliche Lebendigkeit kam zum Schluss: feine Verschmutzungen mit PanPastel Raw Umber Extra Dark und Black, vorsichtig mit Micropinseln gesetzt. Kleine Ablagerungen, dunkle Laufspuren, dezente Schmutznester – genau so, wie man es von viel genutzten Rangierloks kennt.

Hitze, Abgase und verfärbtes Metall
Besonders viel Aufmerksamkeit bekam das Dach – und vor allem der Bereich um den Schalldämpfer. Dort haben wir mit abgestuften PanPastel-Tönen von Orange über Umbra bis Schwarz gearbeitet. Sehr dünn, Schicht für Schicht. So entsteht dieser typische Effekt von Metall, das über Jahre durch Hitze und Abgase verfärbt wurde.

Am Ende steht eine Maschine mit Gebrauchsspuren, ein Modell, das so wirkt, als hätte es gerade einen langen Arbeitstag hinter sich.



Die Bm 6/6 auf Basis von L.S. Models stehen in H0 DC und AC zum Verkauf oder können auf Kommission gefertigt werden.



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