Alterung mit Ölfarben
- Marc Theilkäs

- 28. März
- 3 Min. Lesezeit
Ein SBB K2 Kühlwagen von Brawa

Zunächst muss der Wagen in die Baugruppen Dach, Wagenkasten und Fahrwerk zerlegt werden. Das Fahrwerk kann erst ausgebaut werden, wenn die Puffer, die den Wagenkasten und das Fahrwerk mittels Steckverbindung verbinden, entfernt sind. Da meine Wagen nur auf dem Diorama „Aebimatt” eingesetzt werden, rüste ich sie immer mit Originalkupplungen und Kupplungsschläuchen der Firma Weinert aus. Dies ist für die folgenden Schritte aber nicht weiter relevant.
Entgegen der bewährten Technik von Adrian verwittere ich meine Modelle gerne mit Ölfarben. Vorausgesetzt, der Grundfarbton stimmt bereits, lässt sich mit dieser Technik schnell und ohne Airbrush ein gutes Ergebnis erzielen. Die langen Trocknungszeiten der Ölfarben sind zugleich Vor- und Nachteil. Ölfarben, die für den Modellbau hergestellt werden, trocknen etwas schneller, da sie weniger Leinöl enthalten als Ölfarben aus dem Künstlerbedarf. Ich sehe einen grossen Vorteil in der Möglichkeit, die Farben innerhalb von 24 bis 48 Stunden jederzeit praktisch rückstandsfrei mit White Spirit wieder zu entfernen.
Wichtig ist, dass wir uns bewusst sind, dass Ölfarben zwar schnell trocknen, der eigentliche Prozess der Härtung jedoch recht lange dauert. Dies kann auch dazu führen, dass die schöne matte Farbe erst nach einigen Tagen richtig zur Geltung kommt. Um diesen Effekten entgegenzuwirken, ist ein einfacher Trick sehr hilfreich. Zur Vorbereitung sollten die Ölfarben in kleinen Mengen auf einen Karton aufgetragen werden. Nach 10 bis 15 Minuten wird der Farbe das Leinöl entzogen und auf dem Karton wird ein dunkler Fleck unter den Farben sichtbar.

Nun kann die Farbe auf dem Kasten aufgetragen werden. Wenig Ölfarbe (Sepia) auf dem ganzen Kasten verteilen (eventuell mit sehr wenig White Spirit verdünnen). Etwas warten und nun die überschüssige Farbe mit einem weichen Pinsel wieder entfernen. Der Pinsel darf etwas White Spirit enthalten, aber nur sehr wenig, es sollte eigentlich fast trocken gearbeitet werden. Den Pinsel immer wieder auf einem Papier ausstreichen. So lässt sich die Farbe gut kontrollieren und Schattierungen entstehen fast wie von selbst.

Mit etwas Übung ist der Kasten in weniger als einer Stunde in der Grundfarbe fertig. Nach zwei Tagen können die Details herausgearbeitet werden. Hier und dort kann man einen Schatten hinzufügen, die Schrift mit Weiss sanft ausbleichen usw.
Das Fahrwerk wurde mit AK Track Wash behandelt und anschliessend mit Weiss trockengemalt. Die Federn wurden mit etwas Umbra Natur versehen und schon ist das Fahrwerk fertig. Achtung: Nach dem Wash ca. zwei Stunden warten und anschliessend die Beschriftung am Fahrwerk mit einem feinen Pinsel und White Spirit (Achtung nicht zu feuchten Pinsel verwenden) wieder etwas freilegen.
Die Trittbretter können mit Wash for Wood – eventuell mit etwas weisser Ölfarbe vermischt – hervorgehoben werden.
Das Dach wird großzügig mit Track Wash gewaschen. Dazu benutze ich nach einer gewissen Trocknungszeit den breiten Pinsel. Einfach mit dem Pinsel in Richtung des ablaufenden Wassers immer wieder über das Dach fahren, bis das Wash fast trocken ist. Das braucht etwas Übung, aber man kann schnell ein gutes Ergebnis erzielen.

Die Räder können ebenfalls mit dem Track Wasch behandelt werden. Alternativ kann hierfür auch ein geeigneter Farbanstrich von Tamiya verwendet werden.
Die Wagenteile müssen vor dem Zusammenbau zwei bis fünf Tage trocknen.




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